Braucht man wirklich Nahrungsergänzungsmittel, oder reicht eine gesunde, ausgewogene Ernährung?

 

 

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung ausreicht, um mit genügend Vitaminen und Mineralstoffen versorgt zu sein. Doch der Anteil an Nährstoffen in unserer Nahrung geht nachweislich drastisch zurück. Man stellte fest, dass der Nährstoffanteil in den 80er Jahren bereits stark gesunken war, verglichen mit Nahrungsmitteln in den 30er Jahren. Man verglich je 20 Obst- und Gemüsesorten, und fand beim Gemüse einen signifikanten Rückgang an Calzium, Magnesium, und Natrium. Beim Obst ging der Anteil an Magnesium, Eisen, Kalium und Kupfer stark zurück (Vitamine wurden in den 30ern nicht gemessen).

 

Vergleicht man nun Studien von Lebensmittellaboren aus den Jahren 1985, 1996 und 2002 miteinander, so stellt man nochmals einen erschreckend hohen Rückgang an Vitaminen und Mineralien fest:

 

Diese Erkenntnisse sind nicht verwunderlich bei der exzessiven Landwirtschaft, die seit Jahrzehnten betrieben wird und ausgelaugte Böden hinterlässt. Profitorientierte Züchtungen, die mehr Wasser aber weniger Nährstoffe enthalten, sowie Überdüngung und Erntemethoden, bei denen die Früchte unreif geerntet werden, tun ihr Übriges, um den Nährstoffgehalt unserer Nahrung auf einen Bruchteil zu reduzieren. Man weiß beispielsweise, dass übermäßiger Einsatz von Stickstoff den Vitamin C-Gehalt der Pflanze nahezu verschwinden lässt.

 

Um also den Nährstoffgehalt eines Apfels in den 30er Jahren zu uns zu nehmen, müssten wir heute etwa 70 (!!) Äpfel essen. Hinzu kommt auch noch, dass viele Menschen durch äußere Einflüsse wie Umweltgifte, Antibiotika oder Stress ein gestörtes Verdauungssystem haben, und nur noch ein geringer Teil der aufgenommenen Nährstoffe überhaupt im Darm resorbiert werden kann. 

 

 

Richtlinien vom BfR und der DGE

 

Die DGE (deutsche Gesellschaft für Ernährung) und das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) geben für die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen Empfehlungen und Obergrenzen an. Diese Obergrenzen müssen auf jedem Vitaminpräparat und Nahrungsergänzungsmittel aufgedruckt sein (genauso wie die Hinweise, dass die Präparate von Kindern fernzuhalten sind und nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung dienen). Viele Menschen nehmen also Präparate zu sich, und gehen davon aus, dass sie mit den Empfehlungen, die auf jedem Produkt aufgedruckt sind, gut versorgt sind. Folgendes Schaubild von Dr. Strunz zeigt jedoch, dass Deutschland bei den Empfehlungen nicht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist:

 

 

Ein Beispiel dafür ist die Empfehlung für Vitamin D. Seit 2012 gilt in Deutschland die Empfehlung von 800 i.E. (20µg) täglich als nicht zu überschreitende Tageszufuhr. Davor war die Empfehlung noch geringer bei 400 i.E. pro Tag. Viele namhafte Ärzte in Deutschland, die sich intensiv mit dem Thema Vitamin D beschäftigen, empfehlen bereits seit Langem wesentlich höhere Dosierungen wie sie im Ausland gang und gäbe sind, beispielsweise Prof. Dr. Spitz, Dr. von Helden, Dr. Edalatpour oder Dr. Coimbra. Im März 2015 bestätigten Wissenschaftler der University California erneut, dass der tatsächliche Tagesbedarf 10-Mal so hoch sei, wie bislang angenommen. Bedenkt man dabei, dass bei einem sonnenreichen Tag der Körper bis zu 20.000 i.E. selbst herstellen kann, dann ist die in Deutschland empfohlene Tagesdosis von 800 i.E. mehr als fragwürdig. Ähnlich große Differenzen gibt es bei den Empfehlungen von Vitamin A oder Vitamin B12.

 

Vieles davon kann über unsere Nahrung praktisch nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Vor allem bei Vitamin D, Magnesium, Bor, Vitamin C, B12, Zink und Jod ist die Unterversorgung weit verbreitet und sehr schwer bzw. teils unmöglich, über die Nahrung auszugleichen. Es gibt jedoch noch einige Nahrungsmittel, die eine besonders hohe Nährstoffdichte aufweisen. 

 

Aus den vorangegangen Gründen ist es in unserer Zeit einfach ratsam, solche Nahrungsmittel, sogenannte „Superfoods“, bewusst zu uns zu nehmen.

 

Zu diesen Superfoods zählen unter Anderem: alle Arten von selbstgezogenen Sprossen und Gräser wie Gerstengras, Weizengras, Hafergras etc., Algen wie Spirulina, Kelp oder Lappentang, schwarze Zuckerrohrmelasse, Moringa, Aloe Vera, Acerola, Kurkuma, Datteln, Goji-Beeren, wilde (!) Heidelbeeren, Aronia, Hagebutten, rote Bete, Grünkohl, Knoblauch, Staudensellerie, und heimische Kräuter wie Petersilie, Löwenzahn und Brennessel.

 

Beim Kauf von Vitaminen oder Nahrungsergänzungen sollte man besonders auf die Dosierung und die Inhaltsstoffe achtgeben. Leider enthält ein großer Teil der Präparate umstrittene Füllstoffe oder Rieselhilfen wie Titandioxid oder Magnesiumstearat, welches ganz harmlos klingend auch als "Magnesiumsalz der Speisefettsäuren" bezeichnet wird. Auch wenn solche Produkte in Apotheken oder in Reformhäusern verkauft werden, ist das noch lange kein Qualitätskriterium!

Kurz gesagt, falls möglich sollte man also immer natürliche Produkte vorziehen, denn hier hat die Natur für die richtige Zusammensetzung und Mengenverhältnisse gesorgt, und einige Nährstoffe wirken um ein Vielfaches besser mit den entsprechenden Cofaktoren, Bioflavonoiden in Pflanzen etc. - aber oftmals ist es einfach nicht machbar.

 

Zusätzlich zu bedenken ist, dass falsch kombinierte Einzelpräparate sich gegenseitig blockieren können. Wichtig ist auch die Frage ob zum Essen oder mit Abstand, denn fettlösliche Nährstoffe (wie die Vitamine E, D, K und A) kann man problemlos zum Essen dazunehmen, wohingegen es bei anderen Nahrungsergänzungen sinnvoller ist, sie nüchtern oder mit Abstand zum Essen oder zu bestimmten Mineralstoffen einzunehmen.

 

 

 

 

Quellen und zum Weiterlesen:

 

https://enki-institut.com/wissen-bericht/naehrstoffmangel-in-deutschland.html

 

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/tagesbedarf-vitamin-d-ia.html

 

https://www.amazon.de/gp/product/383042065X/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=383042065X&linkCode=as2&tag=liebenet-21

 

https://www.wasserklinik.com/naehrstoffgehalt-von-obst-und-gemuese/